Pétanque-Union Ratingen-Lintorf e.V.
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Meisterschaft Tête-à-tête

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Ein Ausflug zur DM Tête-à-Tête ins oberbayrische Furth im Wald

610 km Anfahrt mussten mit vielen Baustellen erst einmal bewältigt werden. Wir, meine bessere Hälfte Ulrike und ich, schafften es, um 20 Uhr in Waldmünchen zu sein.
Gut ausgeruht ging es dann am nächsten Morgen ins 16 km entfernte Furth im Wald.

In die Begrüßung reihte sich auch der brüllende und feuerspeiende Drache Tradinno (Kunstwort aus Tradition und Innovation) ein. Dieser steht im Guinness-Buch der Rekorde als weltgrößter Schreitroboter. Der Bürgermeister erklärte gut informiert die aufwändige Technik, die von vier Technikern über Funk gesteuert wird. Eine beeindruckende Vorführung.

Anschließend wurde die Auslosung vorgestellt. Wie immer – außer in 2007 in Schüttorf – erwischte ich keine gute Auslosung. Frank Maurer (BaWü), Matthias Ress (Bay) und Maurice Racz (Saar) waren die Gegner im Poule.
Als ich auf die Spielbahnen kam, wurde ich schon mit Frotzeleien empfangen: „Wir drei zusammen sind so alt wie du.“ Und tatsächlich: Zusammen waren sie nur 2 Jahre älter.

Das erste Spiel musste ich gegen Frank, Zweitältester im Poule, bestreiten. Er war Titelverteidiger bei den Tireuren, und unser Tireur in der Jugendnationalmannschaft, als ich diese noch als Bundestrainer mitaufstellen durfte. Schnell ging er in drei Aufnahmen 7:0 in Führung. Er schoss gut, ich schoss schlecht, er legte gut, ich brachte höchstens eine Kugel. Die vierte Aufnahme brachte endlich die Wende. Endlich kamen alle drei Kugeln, Frank schoss mit der letzten für Punkt, traf die eigene und so kam ich zu meinen ersten zwei Punkten. Ich kam heran 3:7, 5:7, 5:8, 6:8, 6:9, 7:9. Eine unglückliche Aufnahme folgte: Ein Konter ermöglichte zwei Punkte für Frank 7:11. Da glaubte ich schon gar nicht mehr an den Sieg. Doch ich legte immer besser und endlich kamen auch die Schüsse. Ich konnte 12:11 in Führung gehen. Frank glich aus. Er warf die Sau auf 7 m und platzierte seine Erste etwa 25 cm hinter die Sau. Eigentlich ein Fall für einen Schuss. Trotzdem entschied ich mich für eine Legekugel, die ich als Devant vor Franks Kugel bringen wollte. Und es gelang mir. Schießen war aussichtslos. Frank musste legen, beide Kugeln misslangen und ich hatte das erste Spiel glücklich in der Tasche.

Im anderen Spiel setzte sich knapp Matthias gegen Maurice zu 11 durch und war somit mein nächster Gegner. Das erste Spiel hatte mich sehr motiviert. Ich legte gut, ich schoss gut, nur einmal hatte ich mal wieder einen blöden Konter. Trotzdem konnte ich Matthias immer auf Abstand halten und siegte am Ende mit 13:8 und war somit schon für die Finalrunde qualifiziert.

Im Spiel der Verlierer unterlag der unglückliche Maurice erneut zu 11 und schied somit aus. Im Entscheidungsspiel behielt Matthias über Frank mit 13:11 die Oberhand. Somit war der eigentliche Favorit ausgeschieden.

In der Finalrunde musste ich gegen Michael Klein (RhPf) antreten. Zufällig hatte ihn in seinem Entscheidungsspiel gesehen. Bei gutem Legen rechnete ich mir durchaus eine Chance aus. Ich fing auch gut an, ging in Führung. Ein nicht zu vermeidender Konter auf die Sau beim Stande von 4:3 beförderte die Zielkugel bis kurz vor die Auslinie ins Nachbarfeld, war also noch gültig. Die Bahnen maßen 15 m in der Länge und 4 m in der Breite. Ich musste eine Kugel spielen bei sehr schwierigem Geläuf. Ich brachte meine Kugel etwa einen Meter schräg vor die Sau. Michael blieb noch kürzer, spielte aber die nächste so gut, dass ich geplant nicht mehr vorbei gekommen wäre. Leider gab der Boden aber auch nicht die Möglichkeit eines Flachschusses, mit dem man auf Kugel oder Sau hätte spekulieren können.
Also entschied ich mich für den unumgänglichen Eisenschuss und traf auch zu meiner Überraschung. Leider war das dann aber mein letzter Punkt in diesem Spiel. Am Ende verlor ich 5:13 und das verdient, da Michael danach fast jede Kugel brachte, sicher schoss und einfach der bessere Spieler war.

Fazit: Auch in meinem Alter kann man manchmal noch mit den jungen Spielern mithalten. Aber die Konstanz der letzten Jahre habe ich leider nicht mehr. Kampfgeist reicht vielleicht mal für ein oder zwei Spiele, aber dann sehe ich auch das Ende der Fahnenstange. Trotzdem war ich mit meiner Leistung insgesamt sehr zufrieden, denn ich hatte nicht die einfachste Auslosung: Alle drei Gegner nahmen am Tireurwettbewerb teil und mein letzter Gegner wurde dort sogar Dritter. Und legen können sie auch.

Mal schauen, was die DM 55+ bringt.

  
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