Pétanque-Union Ratingen-Lintorf e.V.
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Meisterschaft Triplette Frauen

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Ana Casado, Julia Reimers (beide PUR Lintorf) und Marie Vormann (Coesfeld) sind Deutsche Damen Meister 2012

Am 23.12.2012 wurden Ana Casado und Julia Reimers mit ihrer Spielpartnerin Marie Vormann aus Coesfeld Deutsche Meisterinnen bei den Damen im Pétanque in Leipzig.
Eine Woche nach den erfolgreichen Titelkämpfen der Junioren mit dem Deutschen Meistertitel für Moritz Leibelt und Niklas Flocken war PUR Lintorf wieder bei einer Deutschen Meisterschaft erfolgreich.

Die Deutsche Damenmeisterschaft 2012 fand vor der eindrucksvollen Kulisse des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig statt.

Deutsche Meister Triplette Frauen 2012 (Ana Casado, Julia Reimers und Marie Vormann)

Als nicht gesetztes Team (obwohl das Team sich im letzten Jahr einen Setzplatz erspielt hatte) mussten wir auf eine günstige Auslosung hoffen, um das Ziel, das Viertelfinale zu erreichen, verwirklichen zu können. Immerhin konnte man sich im letzten Jahr in gleicher Besetzung bis ins Achtelfinale spielen.

Die Auslosung brachte auf den ersten Blick eine lösbare Aufgabe. Im Poule 13 (ein gutes Omen, wie sich nachher herausstellte) musste das Team sich mit Niedersachsen 5, Baden-Württemberg 7 und Baden-Württemberg 13 auseinandersetzen.

Die Zulosung der Spielbahnen war alles andere als glücklich. Die Mannschaften mussten die Spiele auf dem Wanderweg rundum das Völkerschlachtdenkmal herum austragen. Dieser Weg war als Allee gestaltet und sah schön aus. Aber nur auf den ersten Blick. Im Wanderweg waren dicke Steine fest in den Erdboden eingetreten, so dass viele gut gespielte Kugeln gnadenlos versprangen.
Hinzu kam noch ein starker Wind, der das Laub von den Bäumen auf das Spielfeld wehte. Es war kalt und ungemütlich. Zum Glück regnete es nicht.

Unser Team lag im ersten Spiel gegen Niedersachsen 5 zunächst 1:5 im Hintertreffen. Nach dem ersten Schreck erspielte man sich im Verlaufe des Spieles einen Vorteil und entschied die Partie mit 13:10 dann für sich.

In der zweiten Partie des Poules ging es gegen Baden-Württemberg 7, dem gesetzten Pouleteam. Nach 2 Aufnahmen wieder 0:5. Ging das schon wieder los ??
Angefeuert von Daniel Schmitz und Bernd Reimers, die als Betreuer fungierten sowie Rolf und Conny Timmermann, die in ihrem Urlaub auf einen Abstecher bei der Meisterschaft vorbeisahen, fanden die Mädels wieder zu ihrem Spiel und gewannen auch diese Partie sicher mit 13:8.
Poule gewonnen, Teilziel erreicht. Wir wollten unbedingt als Gruppensieger ins Sechzehntelfinale einziehen, um als Gegner einem anderen Gruppensieger aus dem Weg zu gehen.

Mit Spannung warteten wir auf die Auslosung. Als Gegner wurde ausgerechnet ein NRW Team zugelost. NRW 9 hieß der Gegner. Drei uns bekannte Damen aus Lünern. Gegen die hatten wir erst im letzten Ligaspieltag gespielt.
Nun spielten wir vor dem Denkmal auf vermeidlich leichten Bahnen. Leicht ?? Denkste! Auch hier waren Steine „eingearbeitet“. Zumindest konnte man diese sehen und es gab noch freie Flächen, die anzuspielen waren.
Unsere Damen kamen mit den Bodenverhältnissen bestens zurecht, so dass am Ende ein klares 13:7 zu Buche stand.

Damit war das Ziel, Achtelfinale erreicht. Am nächsten Tag ging es nun weiter.
Am Sonntagmorgen zeigte sich das Wetter gnädig. Windstill, Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Ein schöner Tag um sich seine Ziele zu verwirklichen. Noch ein Spiel gewinnen und das Viertelfinale erreichen.
Bei der Auslosung wurde mitgefiebert. Unter den letzten 16 verbliebenen Mannschaften waren 5 aus NRW. Nicht wieder ein NRW- internes Duell !!!

Wir bekamen Niedersachsen 2 zugelost. Das gesamte Spiel war sehr sehenswert. Julia brachte fast jede Legekugel auf dem äußerst schweren Terrain. Ana legte toll nach und Marie traf nahezu jeden Schuss. Nach einer 3er, einer 4er und einer 1er Aufnahme erspielten sich die drei schnell eine 8:3 Führung. Mit 5 Punkten in der nächsten Aufnahme zeigte man den Gegnerinnen, dass man an diesem Tag sehr gut spielen sollte. 13:3 gewonnen, das Viertelfinale, das als ursprüngliches Ziel ausgegeben worden war, erreicht.

Jeder weitere erzielte Sieg war nur noch Zugabe.

Im Viertelfinale wurde Hessen 3 als Gegner zugelost, die den Poule 5 gewonnen hatten und auch noch ohne jede Niederlage waren.
Von Anfang an, zeigten Ana, Julia und Marie, dass sie auf dem „Treppchen“ stehen wollten. Noch ein Sieg und der 3. Platz war erreicht. Mehr als man sich erhofft hatte.

Die Gegnerinnen aus Hessen, die sich mit Corinna Mielchen aus Köln verstärkt hatten, waren jedoch nicht gewillt, freiwillig zu verlieren. Toll gelegte Kugeln von Julia, Ana und Marie wurden mit gezielten Schüssen entfernt, so dass die Hessinnen aus der ersten Aufnahme mit 5 Punkten herausgingen. 0:5 !!! das kannte man schon. Also begann wieder eine Aufholjagd. Und wie !!!! mit einer unglaublich starken Leistung unserer 3 Damen fegte man die Gegenspielerinnen 13:6 von der Bahn.
Hierbei muss erwähnt sein, wie cool und clever die 3 jungen Damen aus Lintorf und Coesfeld in diesen beiden Tagen auf Rückstände reagierten. Sie traten stets als echtes Team auf. Entscheidungen wurden gemeinsam getroffen und Fehlentscheidungen gemeinsam akzeptiert, ohne nervös zu werden.

Jetzt waren sie schon Dritter und standen auf dem „Treppchen“.
Damit hatten sie mehr erreicht, als sie sich vorher zu träumen gewagt hatten.

Im Lostopf des Halbfinales waren noch Hessen 2, Baden-Württemberg 1 (mit den mehrfachen Deutschen Meisterinnen Muriel Hess, Indra Waldbüßer und Carolin Birkmeyer) und NRW 7 (mit den Topspielerinnen Daniela Thelen, Anna-Maria Bohnhoff und Hanja Eurich). Insgeheim schielten die drei Mädels auf Hessen 2 als vermeintlich leichtesten Gegner der verbliebenen Mannschaften.

Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Mit Baden-Württemberg 1 zogen sie den Topfavoriten auf die Deutsche Meisterschaft. In der anderen Begegnung war NRW 7 der klare Favorit gegen Hessen 2. Damit schien das von vorneherein erwartete Finale zwischen BaWü 1 und NRW 7 nur noch Formsache.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt !!!

Das Halbfinalspiel unserer Mädels gegen den Topfavoriten war das Beste, was man an den beiden Tagen zu sehen bekam. Petanque-Sport vom Feinsten. In den ersten beiden Aufnahmen wurde jeweils in höchster Not das Schweinchen ins Aus geschossen. 0:0, in dem anderen Halbfinale stand es zu diesem Zeitpunkt bereits 6:6.
Dann die ersten beiden Punkte für unsere Mädels. 2:0, so konnte es weiter gehen.
In der Folge wurde das Top-Team aus BaWü seiner Favoritenrolle gerecht und zog 2:6 davon. Wer geglaubt hat, dass sich unsere drei davon beeindrucken lassen, hatte sich getäuscht. Einem Rückstand hinterherlaufen hatten sie in den vorher gegangenen Spielen „trainiert“.
Mit einer fast unglaublich starken Legeleistung von Julia und Ana auf äußerst schwerem Boden sowie gekonnten Schüssen von Marie erspielten sie sich aus dem Rückstand eine 8:6 Führung.

Aus dem anderen Halbfinale kam die Kunde, dass der Außenseiter, Hessen 2, gewonnen hatte. Das gab dem Team noch mehr Auftrieb. Plötzlich kam der Gedanke auf, die Meisterschaft gewinnen zu können.

Das Spiel verlief ausgeglichen weiter. Mittlerweile hatten sich die Zuschauer alle von dem begeisternden Spiel mitreißen lassen. Beide Mannschaften wurden angefeuert.

Das Spiel lief über 11:10 zur letzten Aufnahme. Auch hier wieder sehr starke Legeleistungen. Auf eine von Julia gelegte Kugel, ca. 20 cm hinter dem Schweinchen legte Muriel eine Kugel direkt davor. BaWü hatte noch eine Kugel auf der Hand, wir noch 4. Unser Team entschloss sich, die Kugel von Muriel zu schießen.
Marie übernahm die Verantwortung und entfernte die Punktekugel, ohne die eigene Kugel mit raus zuschießen. Muriel legte ihre letzte Kugel durch, so dass Ana die Chance hatte, mit einem 2. Punkt das Spiel zu beenden. Diese Chance ließ sie sich natürlich nicht nehmen. Nervenstark machte sie den 13. Punkt. 13:10 gegen den Favoriten, wer hätte damit gerechnet ??

Finale erreicht !!!

Jetzt wollten die drei auch den Titel !!!!

Das Finale gegen Hessen 2 begann, wie die anderen Begegnungen. 0:3, über 3:3 nach 3:7. Hierbei gab es einige glückliche Legekugeln mit Schweinchen ziehen beim Gegner. Ärgerlich, aber kein Grund aufzugeben. Außerdem kannte man das mit dem Rückstand schon.

Mit einer ähnlich starken Leistung wie im Halbfinale machten die drei die Hoffnung auf einen Titelgewinn von Hessen 2 zunichte.

Wirklich eindrucksvoll, mit welcher Ruhe und Unaufgeregtheit Ana, Julia und Marie während der gesamten Meisterschaft agierten.
Rückstände wurden gelassen wieder aufgeholt, keine Kugel verloren gegeben und fast immer die richtigen Entscheidungen getroffen und umgesetzt.

Letztlich gewannen sie mit 13:8 deutlich das Finale unter großem Jubel der noch dagebliebenen „Fans“. Und das waren nicht nur Zuschauer aus NRW !!! Die drei jungen Damen haben sich mit ihrem erfrischenden Spiel auch in die Herzen der neutralen Zuschauer gespielt.

Die Siegerehrung mit Abspielen der Nationalhymne war dann das I-Tüpfelchen auf ein gelungenes Wochende in Leipzig.

Ein besonderer Dank gilt unseren Freundinnen aus Düsseldorf. Diane, Michalea (unsere Fahnenträgerin im Finale) und Karin haben uns toll unterstützt und sich ehrlich mit uns gefreut.

Ein Dank auch an den Veranstalter für eine tolle Kulisse vor dem Völkerschlachtdenkmal.

  
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